Dass gesuchte Straftäter wie die Rechtsterroristen Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt bei einem V-Mann des Verfassungsschutzes in Lohn und Brot standen, sollte niemanden mehr überraschen. Die ganze Affäre um die Mörderbande aus Zwickau wimmelt von Ungereimtheiten und unappetitlichen Details, die staatliche Behörden ins schlechteste Licht setzen. Mehr noch: Die Staatsschützer werden den Ruf nicht los, dass sie von schwersten Straftaten mehr wussten als sie zugeben.
Mitwisser von Straftaten machen sich strafbar. Aber offenbar versagen die Aufklärungsmöglichkeiten des Parlaments bei den eigenen Behörden, wenn die involviert sind. Und auch im NSU-Prozess in München stößt der beharrliche Richter Manfred Götzl an die Grenzen der materiellen Wahrheitsfindung. Warum konnte die Bande 13 Jahre lang schwerste Straftaten begehen, und waren staatliche Behörden involviert? Noch immer gibt es dazu keine befriedigenden Antworten. Ein Skandal und eine Schande, damit den Angehörigen der Opfer entgegentreten zu müssen.
