Deutlicher kann eine Stellungnahme kaum sein. Mit ihrem Reform-Appell haben die Chefs der großen Wirtschaftsverbände der Bundeskanzlerin einen gewaltigen Schuss vor den Bug versetzt. Die Forderungen der Manager sind im Einzelnen nicht neu, in ihrer Bündelung aber schlagkräftig. Jetzt muss Schluss sein mit den Belastungen, so der Tenor.
In der Tat tut Angela Merkel gut daran, den Vorschlägen Gehör zu schenken. Schließlich ist die momentan gute konjunkturelle Lage nicht auf ewig garantiert. Viel zu lange und viel zu stark hat die Große Koalition bisher auf die Verteilung sozialer Wohltaten gesetzt. Nur die überraschend gute Konjunktur machte es möglich, dass dies bislang ohne große Wachstumseinbrüche möglich war. Doch die weltwirtschaftlichen Risiken wachsen.
Es wäre ein Treppenwitz, wenn ausgerechnet eine Kanzlerin der Union das wirtschaftsfreundliche Erbe ihres sozialdemokratischen Vorgängers Gerhard Schröder verspielen würde.
