Zwischen Deutschland und Frankreich ist in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel Vertrauen aufgebaut worden. Wie viel – das zeigt sich gerade im Rüstungssektor. Der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann und der französische Konkurrent Nexter fusionieren. Die zwei Staaten legen also ihr wehrtechnisches Tafelsilber zusammen. Das ist gleichermaßen beeindruckend wie sinnvoll.
Die Verhältnisse verlangen danach. Allein in den fast 30 Armeen der EU herrscht bei der Materialausstattung eine unübersehbare Vielfalt. Allerorten aber sind die Wehretats geschrumpft – und die auszurüstenden Truppen gleich mit. Deutschland etwa, im Kalten Krieg Standort von mehreren Tausend Panzern, hat heute gerade noch eine Zahl im unteren Hunderter-Bereich.
Mit anderen Worten: Viele national ausgerichtete Rüstungsschmieden sind angesichts der sehr überschaubar gewordenen Nachfrage nicht mehr zu halten. Man muss die Ressourcen bündeln. Das geschieht jetzt, mit Schwerpunkt im Bereich gepanzerter Fahrzeuge. Es entsteht ein Anbieter mit breitem Programm und zahlreichen Märkten.
Airbus steht dabei Pate. Jedenfalls wurde bei Vertragsunterzeichnung betont, dass die Macht in der neuen Firma zwischen den Nationen sorgfältig ausbalanciert werde. Darauf sollte in der Tat geachtet werden. Beide Staaten bringen neben viel Vertrauen wertvolle Technologieprodukte ein, wie die Deutschen ihren geschätzten „Leopard“.
