Sie ist in der Koalition vereinbart, doch das Problem Altersarmut löst die Solidarrente keinesfalls. Der geplante Rentenaufschlag für Geringverdiener mag gut gemeint sein, doch das Konzept ist alles andere als gut gemacht. Es schafft neue Ungerechtigkeiten.

So würde derjenige, der trotz Vollzeit-Job und jahrzehntelanger Beitragszahlungen nicht auf eine Rente oberhalb des Sozialhilfeniveaus kommt, genauso behandelt wie diejenigen, die, gleich aus welchem Grund, in Teilzeit oder Minijobs gearbeitet haben. Das Grundprinzip, dass Höhe und Dauer der eingezahlten Beiträge den Ausschlag für die Altersrente geben, wäre damit ausgehebelt.

Diejenigen, die unverschuldet lange arbeitslos und nicht auf Beitragszahlungen über 40 Jahre kommen, werden auch in Zukunft zum Fall fürs Sozialamt, müssen ihr Erspartes erst einmal aufbrauchen. Noch ist Altersarmut kein wirklich großes Problem in Deutschland. Nur 2,5 Prozent der Rentner sind zusätzlich auf die steuerfinanzierte Grundsicherung angewiesen.