Die Soldaten sind verunsichert, überlastet und zweifeln an den Entscheidungen der Politik: Der Wehrbeauftragte des deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, hat in seinem jährlichen Wehrbericht die Defizite überdeutlich angesprochen. Geschürt werden Unsicherheit, Unzufriedenheit und Stress auch durch die fast schon traditionellen Führungsmängel, die jüngsten Strukturreformen und die damit verbundenen Standortschließungen.
Viele Soldatinnen und Soldaten fühlen sich bei Entscheidungen weder ernst genommen noch einbezogen. Sie werden oft wochenlang abkommandiert und müssen monatelang in Auslandseinsätze. Das Ziel, den Soldaten nach vier Monaten Auslandsmission 20 Monate Einsatzpause zu gewähren, wird oft genug verfehlt. Viele müssen früher wieder ran. Besonders dramatisch ist die Lage in der Marine. Dort bleiben in einigen Bereichen bis zu 44 Prozent der Dienstposten unbesetzt. So ist die Bundeswehr als Arbeitgeber aus vielerlei Sicht alles andere als attraktiv.
