Ein militärischer Angriff auf Syrien steht offenbar doch nicht unmittelbar bevor – und das ist gut so. Stattdessen besinnen sich die Regierenden auf das, was sie längst hätten verstärkt tun sollen: die diplomatischen Drähte heiß laufen lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das erkannt. Wie zu hören war, gab es am Donnerstag pausenlos Telefonate mit Paris, London, Moskau und Washington.
Die Schlüsselfrage lautet: Gelingt es, Russland und China davon zu überzeugen, ihre Blockadehaltung gegen eine Resolution im UN-Sicherheitsrat, die scharfe Sanktionen gegen Syrien vorsieht, aufzugeben? Nur so wäre es vielleicht möglich, eine militärische Attacke unter anderem der USA im letzten Moment doch noch zu verhindern.
Scheitert das Vorhaben, dann droht das Pulverfass Nahost zu explodieren. Ägypten, Libanon, Irak – überall ist die Lage hochexplosiv. Zudem wären Israel und der Iran involviert. Auch wenige Bomben können in dieser Gemengelage verheerende Folgen haben.
