Der Fußball-Weltverband Fifa steckt mitten im größten Korruptionsskandal seiner Geschichte – und der Boss lässt sich feiern. Stehende Ovationen, ein zu Scherzen aufgelegter Joseph Blatter: Die Szenen nach der Präsidentschafts-Wahl am Freitag in Zürich glichen einer billigen Schmierenkomödie.
Auch wenn das Wahlergebnis gezeigt hat, dass Blatters Rückhalt nach den jüngsten Enthüllungen innerhalb der Fifa schwindet – eine wirkliche Chance hatte Herausforderer Prinz Ali gegen den allmächtigen Schweizer nicht. Es gibt zu viele Nutznießer dieses nur scheindemokratischen Systems, das schmutzigen Geschäften Tür und Tor öffnet. Frei nach dem Motto: „Die eine Hand wäscht die andere.“
Blatter lebt in seiner eigenen Welt. In dieser Welt geht es um zwei Dinge: Geld und Macht. Davon kann er auch mit fast 80 Jahren nicht genug bekommen – und daran wird sich auch in seiner neuen Amtszeit nichts ändern. Der Verlierer ist der Fußball: Diesem schönen Spiel könnten die nächsten vier Blatter-Jahre noch sehr weh tun.
