Nun sollen also E-Roller die Verkehrsprobleme in unseren Innenstädten lösen. Ich fürchte, die Dinger sorgen eher dafür, dass wir neue Probleme bekommen.
Man muss sich nur einmal morgens an einen Radweg in Oldenburg begeben, wenn Massen von Schülern unterwegs sind. Dass da nicht noch mehr Unfälle passieren, grenzt eh schon an ein Wunder. Und nun sollen auch noch Pendler mit ihren E-Rollern dazwischen herumkurven? Das möchte ich mir lieber nicht vorstellen.
Ja, E-Bikes sind der große Renner auf dem Fahrradmarkt. Die Verkäufe sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Dummerweise hat sich auch die Zahl der Unfälle mit den Elektrorädern massiv erhöht – und ihre Folgen. Denn weil schneller gefahren wird, kracht es nicht nur häufiger, die Verletzungen fallen auch heftiger aus.
Als hätte man daraus nichts gelernt, werden nun auch noch E-Roller auf die ohnehin viel zu schmalen und oft maroden Radwege losgelassen. Helmpflicht? Fehlanzeige. Hat eigentlich jemand daran gedacht, was passiert, wenn so ein Rollerfahrer mit 20 km/h über den Lenker absteigt? Hat jemand an Fußgänger gedacht, die die lautlos heranrasenden Gefährte gar nicht sehen können?
E-Roller sind Spaßgeräte für Hipster in Berlin oder Hamburg. Eine Modeerscheinung, nicht mehr.
Ja, man kann doch mal ausprobieren, ob solche Roller nicht ein Teil moderner Mobilität sein können, sagen Befürworter. Das stimmt. Dann aber bitteschön mit einem vernünftigen Konzept. Dazu gehören neben einer Helmpflicht auch akustische Maßnahmen, die die lautlosen Gefährte hörbar machen.
Viel wichtiger aber, als Gesetze für Quatsch-Fahrzeuge auf den Weg zu bringen, sind neue Verordnungen und mehr Geld für Radwege. Und auch mit intelligenten Verkehrssteuerungen und vernetzten Ampeln, die rote Wellen vermeiden, kann man viele Staus vermeiden. E-Roller bringen uns da nicht weiter.
