Die Bäume wachsen bekanntlich nicht in den Himmel, und das gilt auch für die Steuereinnahmen. Die werden in den nächsten Jahren stattlich sein – aber nicht so überbordend, wie sich das einige in der Politik erhofft hatten. Das ergeben Vorberechnungen für die Schätzer.

Es zeigt sich: Bei der Gesundung der Staatsfinanzen darf man nicht darauf warten, dass mehr Geld in die Kasse strömt (wie es bisher stets der Fall war). Man muss weiterhin die Ausgaben kritisch prüfen – und letztlich kürzen. Deutschland hat jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt, auf Pump. Es ist ein gern unter den Teppich gekehrter Skandal unserer Zeit, dass die Schulden trotz rekordhoher Einnahmen weiter gestiegen sind. Das Zeitfenster, um endlich das Steuer herumzureißen, wird immer kleiner: Bald wird eine stark schrumpfende Bevölkerung „pro Kopf“ aufs Schwerste mit Schulden belastet werden, sofern der Stopp neuer Schulden nicht kurzfristig kommt. Denn von dort ist es bis zum nächsten Schritt – nennenswerter Schuldenabbau – immer noch ein weiter Weg.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)