Das Telefonat zwischen Barack Obama und Hassan Ruhani war ein historischer Moment, der erste direkte Kontakt der Staatsoberhäupter seit 1979. Beide haben ein Interesse an Entspannung: Der Iraner will so schnell wie möglich die westlichen Sanktionen loswerden, Obama in die Geschichte einzugehen als der US-Präsident, der die syrischen Chemiewaffen beseitigt, das iranischen Streben nach der Atombombe beendet und einen Friedensschluss zwischen Israelis und Palästinensern vermittelt hat.
Beim Syrien-Konflikt ist ein Anfang gemacht, und dass Obama im Atomstreit mit dem Iran den Wert einer Verhandlungslösung betont, ist lobenswert – kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass an dem Thema jahrzehntelang Diplomaten aus aller Welt gescheitert sind.
Klar ist: Ohne den massiven Druck des Westens wäre der Iran nie gesprächsbereit geworden. Ziel der Verhandlungen muss deshalb sein, durch eine starke Position schnell überprüfbare Zugeständnisse zu erreichen, die eine militärische Nutzung des nuklearen Materials ausschließen.
