Natürlich kann auch Franziskus die Flüchtlingskrise nicht lösen. Der Pontifex mag noch so viele Appelle aus dem Vatikan in die Welt senden, viele Staaten vor allem in Osteuropa werden sich dennoch weiter standhaft weigern, Menschen in Not aufzunehmen. So weit, so schlecht.
Trotzdem war die Kurzvisite des Papstes ein wichtiges Zeichen. Die Botschaft heißt: Die Krise ist keineswegs gelöst, auch wenn durch den EU-Türkei-Pakt der Fokus nicht mehr mitten in Europa liegt, sondern an dessen Rand gerückt ist.
Das katholische Kirchenoberhaupt hat der Welt vor Augen geführt, welch schreckliche Erlebnisse Menschen durchmachen mussten, die auf der griechischen Insel Lesbos ausharren: Viele Kinder haben ihre Eltern verloren, weil diese auf der Flucht ertranken; zudem berichtete ein Mann, dass seine Frau Christin war und deshalb von Terroristen getötet wurde. Der Politik und uns allen sollte die Papst-Reise Antrieb geben, weiter mit aller Kraft an der Lösung der Flüchtlingskrise zu arbeiten.
