Jens Spahn in der Rolle des Law-and-Order-Mannes. Der Gesundheitsminister und CDU-Präside sorgt sich um Recht und Ordnung und spricht damit nicht wenigen Menschen aus dem Herzen. Viel zu lange hat die Politik auf Kosten der Sicherheit gespart, Personal immer mehr abgebaut und Abstriche bei Ausrüstung und Ausstattung gemacht. Nicht zuletzt das Gefühl des schwachen Staates, der nicht entschlossen genug gegen Gewalttäter vorgeht, die Wohnung nicht ausreichend gegen Einbrecher schützt und die Strafe oft nicht auf dem Fuße folgen lässt, hat auch den Boden für eine Protestpartei wie die AfD bereitet.

Doch bis dies Wirkung zeigt, die großen Lücken wieder geschlossen sein werden, wird es noch Jahre dauern. Das weiß Merkel-Rivale Spahn ebenso wie Bundesinnenminister Horst Seehofer. Wer jetzt Defizite beklagt, die über viele Jahre entstanden sind und hohe Erwartungen auf schnelle Veränderungen weckt, betreibt ein gefährliches Spiel. Schnelle Lösungen gibt es nicht. Und die Wählerinnen und Wähler lassen sich nicht von starken Sprüchen täuschen, die erst einmal folgenlos bleiben.