Die Bilanz der EWE für 2013 kann sich durchaus sehen lassen. In einem Jahr, in dem die großen deutschen Energiekonzerne – voran RWE und Eon – massive Probleme bekamen, hielten sich die Oldenburger recht stabil. Zumindest zeigt das die Entwicklung der operativen Geschäftsergebnisse an. Sie liegen wieder in etwa auf dem Niveau von vor dem Einbruch nach der globalen Finanzkrise.
Das gelang längst nicht jedem in der Branche, ist aber wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen in sich drastisch verändernden Energiemärkten.
Es stellt sich als Glücksfall für die Oldenburger heraus, dass die Stromproduktion – mit massivem Wertverlust bei Kraftwerken und schrumpfenden Erzeugerpreisen – hier nicht so großes Gewicht hat wie bei den Branchenriesen.
Allerdings hat auch die EWE zahlreiche Baustellen. Sie hatte im Laufe der Jahrzehnte vielerlei Aktivitäten in verschiedensten Regionen (einschließlich Leipzig, Polen, Niederlande, Großbritannien und Türkei) sowie vielfältigen Themenfeldern angesammelt. Das fraß Ressourcen, trieb Schuldenstand und Zinslast hoch und barg Risiken.
Jetzt hat sich der Vorstand daran gemacht, den Strauß an Beteiligungen zurechtzustutzen, sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Das ist sicherlich richtig so. Auch die Probleme bei den Zukunftssparten Informationstechnik und Telekommunikation scheint die EWE in den Griff bekommen zu haben. Am meisten freut man sich in diesen Tagen in der EWE-Zentrale möglicherweise über die Töchter in der Türkei: Sie wachsen kräftig und überweisen Gewinn nach Oldenburg. Damit werden Kritiker widerlegt, die nach dem Sinn des Engagements am Bosporus fragten. Heute hat EWE dort mehr Gaskunden als im Nordwesten.
