Auf einer Skala von minus zwei bis plus zwei gibt die deutsche Bevölkerung den hiesigen Behörden in puncto Unbestechlichkeit die Note 1,81. Das heißt: nahezu vollkommene Zufriedenheit. Von solchen Werten kann Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff nur träumen – und vielleicht auf einen Tipp von Bundeskanzlerin Angela Merkel hoffen, wie sie dem großen Vorbild Deutschland auch in diesem Punkt einen Schritt näherkommen kann.

Rousseffs Arbeiterpartei PT steht im Fokus eines milliardenschweren Korruptionsskandals. Zahlreiche Manager des Ölkonzerns Petrobras und großer Bauunternehmen sind bereits verurteilt. Gegen Dutzende Abgeordnete wird ermittelt. Hunderttausende fordern Rousseffs Rücktritt.

Und das ist nicht mal ihr einziges Problem. Die Wirtschaft schwächelt, die Preise steigen, die Arbeitslosigkeit ebenfalls. Brasilien braucht dringend Reformen, vor allem bei der überbordenden Bürokratie. Das würde das Korruptionsproblem eindämmen, und auch deutsche Firmen in Brasilien dürften sich über weniger Behördengänge freuen.

Stefanie Dosch
Stefanie Dosch Politikredaktion/Newsdeskmanagerin