Was sich im Kreishaus des Landkreises Oldenburg abspielt, ist ein Trauerspiel mit einem Hauptdarsteller, der nach seinem Abgang offenbar beschlossen hat, auf die Bühne zurückzukehren und bis zum letzten Vorhang mitzuspielen. Dabei müsste SPD-Landrat Frank Eger eigentlich wissen, dass seine Zeit längst abgelaufen ist.

Als Eger im Januar in einem Korruptionsverfahren angeklagt worden war, hatte er mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur für das Amt die richtige Konsequenz gezogen. Danach war er über vier Monate krankgeschrieben.

Im politischen Konsens wurde Carsten Harings (parteilos) als Nachfolger mit großer Mehrheit bestätigt. Er soll im November seinen Dienst antreten. Nun ist Frank Eger plötzlich zurückgekehrt, wobei unklar ist, ob dies alleine dem Erhalt von Pensionsansprüchen geschuldet ist oder er die politischen Realitäten nicht mehr überblickt. Der Kreistag hat ihm das Vertrauen entzogen und muss jetzt ein Abwahlverfahren einleiten. Oder aber Eger tut sich und allen anderen einen letzten Gefallen und tritt sofort zurück.