Diese Zahl lässt aufhorchen: 2016 haben so wenig junge Leute eine Berufsausbildung begonnen wie noch nie. Das ist nicht gut. Schließlich sind es letztlich die Millionen gut ausgebildeter Facharbeiter/innen aus dem bewährten dualen System, die letztlich den Erfolg von „Made in Germany“ und damit unseren Wohlstand täglich sicherstellen.

So wenig neue Lehrlinge wie nie – wie konnte es bloß so weit kommen? Ganz klar: Da ist erst einmal ein verhängnisvoller demografischer Trend. Die Deutschen setzen seit Jahrzehnten viel zu wenig Kinder in die Welt. Dies schlägt sich nun in den Jahrgangs-Stärken im Bildungssystem nieder. Und aus diesem schrumpfenden Pool eines jeden Absolventen-Jahrgangs haben sich steigende Anteile von Jugendlichen gegen die klassische Berufsausbildung entschieden – und für scheinbar verlockende Alternativen.

Das hängt auch mit teils seltsamen Vorstellungen von Berufswelt und Studium zusammen. Hier besteht weiterhin großer Handlungsbedarf.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)