Niedersachsens Kultusministerin übt sich in der hohen Kunst der Gaukelei. Virtuos jongliert Frauke Heiligenstadt mit Äpfeln und Birnen. Ein Trick, der nicht zieht.
Nur zur Erinnerung: Der an vielen Gymnasien bestehende Klassenfahrt-Boykott fußt auf der Entscheidung der Landesregierung, den Pädagogen eine Stunde Mehrarbeit pro Woche aufs Auge zu drücken und zugleich die seit Jahren versprochene Altersermäßigung für ältere Lehrer zu kappen. Dass sich tief enttäuschte Gymnasiallehrer ein Ventil suchten und es in der freiwilligen Leistung Klassenfahrt – für die jeder Lehrer aus der eigenen Tasche jedes Mal kräftig draufzahlt – fanden, überrascht nicht. Jetzt lockt die Kultusministerin die vergrätzte Lehrerschaft mit ein paar Bonbons: höhere Kostenerstattung und mehr Freizeitausgleich. Doch damit würde nur ein seit Langem unhaltbarer Zustand korrigiert, der mit dem Anlass des Boykotts gar nichts zu tun hat.
An dem Kern des Ärgers rüttelt Heiligenstadt nicht. Die verordnete Mehrarbeit soll durchgepaukt werden. Koste es, was es wolle. Doch mit dieser Kopf-durch-die-Wand-Politik wird Heiligenstadt scheitern.
