Die so oft als schönste Nebensache bezeichnete Sportart Fußball ist für eine ganze Reihe von Stadionbesuchern Lebensinhalt. Sie stecken Kreativität und vor allem Zeit in ihr Hobby, Anhänger eines Fußballvereins zu sein. Der „wahre“ Fan begleitet seinen Verein zu Auswärtsspielen, er beteiligt sich am Einstudieren von aufwändigen Choreographien, an denen oft Tausende von Anhängern teilhaben, natürlich stimmt er mit ein in die Fangesänge. Und er steht neben den hartgesottenen Stadionbesuchern, die neben erheblichem Alkoholkonsum durch das Abfeuern von Feuerwerkskörpern und Gewalttätigkeiten auffallen.

An dieses Nebeneinander im Stadion hat man sich in den vergangenen Jahren gewöhnt. Dass es immer wieder zu menschengefährdenden Aktionen wie Abbrennen von Pyrotechnik kommt, haben viele hingenommen – und sich aus den Stadien ferngehalten. An jedem Wochenende in der Fußballsaison kommt es zu Gewalttaten, werden Tausende von Polizisten eingesetzt, um das Schlimmste zu verhindern. Im Norden steht nun in der kommenden Spielzeit eine Zuspitzung der Lage in der zweiten Liga an. Neben den schon vorhandenen Profi-Vereinen mit problematischer Anhängerschaft kommen noch ein paar dazu: Hannover 96 wird als vermutlicher Absteiger aus der ersten Liga auf Eintracht Braunschweig treffen, sportlich interessant, aus polizeilicher Sicht eher eine Problempartie. Dazu könnte – mit etwas Glück – noch der VfL Osnabrück aus der dritten Liga hinzustoßen, mit Sicherheit wird Dynamo Dresden dabei sein, mit Anhängern, die noch verrufener sind. Es wird also höchste Zeit, dass Profi-Fußballvereine, die Fußballverbände und die Innenminister sich zusammensetzen, um ein konkretes Maßnahmenbündel zu schnüren. Absichten reichen nicht. Wie wäre es mit dem Motto: „Keine Gewalt“? Es darf keinerlei Toleranz für Gewalt auf dem Weg zum Stadion, im Stadion und auf dem Weg vom Stadion nach Hause geben. Selbst in der dritten Profi-Liga sind Ausschreitungen gang und gäbe. Damit muss Schluss sein. Die viel beschworene Fan-Kultur kann darauf sehr gut verzichten. Und vom Spiel bekommt man ohne Pyrotechnik ohnehin mehr mit.