Gleich neun Nominierungen für „Der Staat gegen Fritz Bauer“ sprechen selbstredend für den Spielfilm über den Hessischen Generalstaatsanwalt und Nazi-Jäger Fritz Bauer – und natürlich für eine Jury, die Akzente zu setzen weiß. Die Juroren des Deutschen Filmpreises haben sich für einen sehr guten, aber auch sehr traditionell gedrehten Streifen mit dem herausragenden Darsteller Burghart Klaußner starkgemacht. Der Film ist längst nicht so revolutionär gestrickt wie der Berlin-Krimi „Victoria“, der 2015 gewann. Aber der Fritz-Bauer-Film überzeugt in seiner eigenen Art durch eine ruhig vorgetragene, politisch wichtige Aussage und spannende Erzählweise.
Die Lolas des Filmpreises sind noch nicht vergleichbar mit den Oscars. Aber sie zeugen inzwischen von der Kraft des europäischen Kinos. Eine Lola geht ja schon jetzt an den „besucherstärksten deutschen Film des Jahres“ – das ist ausgerechnet mit „Fack ju Göhte 2“ einer der schwächsten Streifen dieser Saison.
