Peter Altmaier gerät mächtig unter Druck. Der Bundeswirtschaftsminister sei ein Totalausfall, lautet der Vorwurf des Verbandes der Familienunternehmer, und auch die Arbeitgeberverbände sind alles andere als begeistert von der Arbeit des CDU-Politikers. Kein Durchsetzungsvermögen, zu wenig Einsatz für den Mittelstand und viel versprochen, aber bisher wenig geliefert, so die Vorwürfe gegen den engen Vertrauten von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Sicher gibt es beim Bundeswirtschaftsminister und seiner Amtsführung noch Luft nach oben. Doch ist Altmaier nicht allein verantwortlich für den katastrophalen Start der Großen Koalition im ersten Regierungsjahr. Die Angriffe auf den Bundeswirtschaftsminister zielen vor allem auch auf die Kanzlerin. Noch immer trauern Teile der Wirtschaft und der CDU über die Niederlage von Friedrich Merz im Machtkampf um den CDU-Vorsitz. Die Anhänger des CDU-Politikers drängen weiter darauf, dass er trotz seiner Schlappe im Wettstreit mit Annegret Kramp-Karrenbauer künftig doch eine wichtige Rolle für die Partei spielt.
Merz selbst hatte sich für das Amt des Wirtschaftsministers ins Gespräch gebracht, regelrecht um einen Kabinettsposten beworben und fühlt sich wohl auch zu noch Höherem berufen. Der Wirtschaftsfachmann wartet ab und lauert auf eine weitere Chance.
Die Debatte über Kurs und Führungspersonal der Christdemokraten schwelt weiter. Eine Abkehr von Merkels Politik der Mitte wäre für die CDU allerdings kein Erfolgsmodell – im Gegenteil. Rückt die Partei nach rechts auf der Suche nach einem konservativeren Profil, würde sie Wählerinnen und Wähler verlieren und so ihren Charakter als Volkspartei riskieren.
