Es klingt wie ein Widerspruch, ist aber keiner. Deutschland hat soviel Ärzte wie nie zuvor, und dennoch dürfte in einigen Jahren akuter Ärztemangel vor allem im ländlichen Raum zu Schwierigkeiten bei der medizinischen Versorgung führen – es sei denn, es wird umgesteuert.
Auf dem Land zeichnen sich bereits Engpässe ab, weil dort in den nächsten Jahren Zehntausende Mediziner ihre Praxen schließen werden, ohne einen Nachfolger gefunden zu haben. Um hier das Schlimmste noch zu verhindern, müsste jetzt ein Sofortprogramm her, das bei der Ausbildung ansetzt. In anderen Branchen, die über drohenden Fachkräftemangel klagen, fehlt es mittlerweile an Interessenten. Bei der Medizin ist es anders. Es mangelt an Studienplätzen und nicht etwa an jungen Männern und Frauen, die Arzt werden wollen.
Es spricht viel dafür, darüber nachzudenken, einen Medizin-Studienplatz künftig mit der Auflage zu verbinden, nach erfolgreichem Abschluss für eine bestimmte Zeit auch hierzulande in einer Praxis zu arbeiten.
