Sturm im Wasserglas oder erste Ausläufer eines echten Orkans? In der Union rumort es. Und der schwarz-roten Koalition droht ein handfester Streit über die Rente mit 63 Jahren.
Die Kanzlerin spürt den wachsenden Unmut in den eigenen Reihen und dürfte dafür Sorge tragen, dass in Sachen Frühverrentung noch einmal zumindest moderat nachjustiert wird. Auch wenn die kleine Rebellion schnell wieder niedergeschlagen sein wird, so muss sie die CDU-Chefin doch alarmieren. Ist sie doch Ausdruck eines zunehmenden Unbehagens über Kurs und Profil der Union in der Großen Koalition. Kaum jemand in der CDU will zurück zu den neoliberalen Radikalreformen des Leipziger Parteitags und den Fantasien von der Steuererklärung auf einem Bierdeckel. Damit, das hat inzwischen beinahe auch der Letzte in den Reihen von CDU und CSU verstanden, lassen sich keine Mehrheiten gewinnen. Aber nicht alle in Union wollen deshalb in der Großen Koalition gleich ganz auf finanz- und wirtschaftspolitische Vernunft verzichten.
