Nicht schon wieder! Nizza, Berlin, London und jetzt Stockholm. Fahrzeuge werden als Waffe genutzt, um unschuldige Menschen zu ermorden. Und vieles deutet darauf hin, dass auch in diesem Fall wieder von abstrusem Hass verblendete Attentäter am Werk waren.
Das Ziel der Täter – egal, ob es sich um politische oder religiöse Extremisten handelt – ist immer das gleiche: Freie, weltoffene und tolerante Länder und Gesellschaften zu erschüttern, die demokratische Kultur mit Angst zu untergraben und anderen Menschen die Freiheit und Selbstbestimmung zu nehmen, die den Tätern und ihren Anstiftern so verhasst sind.
Das jetzt auch in Stockholm gewählte Mittel dazu ist perfide. Jeder kann sich einen Lastwagen beschaffen. Man braucht zu einer solchen Mordtat keine große Vorbereitung, keine Logistik, keine Mittäter, keine Waffen- oder Sprengstoffkenntnisse – nur Skrupellosigkeit und Menschenverachtung.
Deshalb ist es auch kaum möglich, sich vor solchen Attentaten zu schützen. So bitter es ist: Nizza, Berlin, London und Stockholm werden nicht die einzigen Anschlagsziele nach diesem Muster bleiben. Und allein schon die berechtigte Angst vor dieser feigen Gewalt bringt die Feinde freiheitlicher, demokratischer Länder Stück um Stück näher an ihr Ziel – nämlich genau diese freiheitlich-demokratische Grundordnung zu zerstören.
Uns bleibt angesichts dieser Schreckensmeldungen nichts anderes übrig, als dem Terror zu trotzen und uns nicht einschüchtern zu lassen. Wir müssen Bilder von Panik, Tod und Schrecken ertragen – auf Straßen, in U-Bahnen und Flughäfen europäischer Metropolen. Wir dürfen uns von dem zum Alltag gewordenen Terror nicht abstumpfen lassen, auch wenn es schwer ist, immer wieder mit unerträglichen Nachrichten und Bildern konfrontiert zu werden.
Wir leben in einer Welt, in der an vielen Stellen polarisiert, Unfrieden gesät und Hass geschürt wird. Die besten Antworten darauf sind Toleranz und Mitmenschlichkeit. Dass es genau diese Werte sind, die mit Bomben, Amok-Fahrten, Messer-Attacken und sonstigen blutigen Wahnsinnstaten bekämpft werden, macht fassungslos – und unsagbar traurig.
