Shakespeare war kein Dichter, sondern eine Fabrik, die Texte produzierte. Das mutmaßte der deutsche Dramatiker Heiner Müller. In der Tat wissen wir wenig über den Verfasser der wunderbarsten Stücke. Aber wir lieben seine Texte, die Geschichte von Hamlet, Shylock und Falstaff. Wir schätzen das Trauerspiel der Eifersucht Othellos, die Zauberwelt des Sommernachtstraumes und die blutigen Mordserien der Königsdramen. Wir leiden mit den Familien der Veroneser Häuser Capulet und Montague. Uns fasziniert die Anklagerede des Antonius gegen Cäsars Mörder oder der Wahnsinns-Monolog von Lear.

Und wir lieben seine Sonette. Shakespeare glänzt immer und überall. Er ist der größte Dichter. Selbst seine schwächeren Dramen sind genial. Es ist sinnlos, Shakespeare an anderen Autoren zu messen, und nicht mal deutsches Regietheater kann ihn bremsen. Shakespeare hat keine Konkurrenten, denn der Dramatiker aus Stratford-upon-Avon ist ohne Vergleich in der Geschichte der Literatur.