Zwei Millionen US-Dollar Vorschuss hat der frühere FBI-Direktor James Comey angeblich für seine Memoiren erhalten, die am Montag offiziell in den USA auf den Markt kamen. Das könnte – neben der Tatsache, dass ihn Donald Trump unehrenhaft entlassen hat – ebenfalls dazu beitragen, dass Comey nun gnadenlos hart mit dem US-Präsidenten abrechnet, der ihn wiederum als „lügenden Schleimball“ sieht. Keine Frage: Trump polarisiert weiter die Menschen, die mit ihm zu tun haben. Entweder lieben sie ihn, oder sie hassen ihn – wie Comey, der Trump nun als „moralisch unfähig“ für das Präsidentenamt eingestuft hat. Bei dieser historisch beispiellosen Schlammschlacht zwischen dem Präsidenten und einem früheren FBI-Chef muss allerdings auch unterstrichen werden: Das meiste, was die Herren von sich geben, ist nicht mehr als ihre persönliche Meinung – und nicht unbedingt faktenbasiert. Das gilt für das Unfähigkeitszeugnis, das Comey Trump ausgestellt hat, wie für die äußerst vage, unbewiesene Vermutung, Russland könnte Schmutz über den US-Präsidenten in der Hinterhand halten und ihn erpressen.
Deshalb ist das unwürdige Schauspiel, das die USA derzeit erleben, zwar von Unterhaltungswert, aber nur von geringer politischer Relevanz.
