Es ist ein unwürdiges Spektakel, das sich um die Festnahme Julian Assanges abspielt. Man muss nicht zu den Bewunderern des enigmatischen Wikileaks-Gründers gehören, um sich über die konzertierte Aktion der USA, Großbritanniens und Ecuadors zu empören. Die britische Premierministerin Theresa May doziert, niemand stehe über dem Gesetz. Ein merkwürdiger Satz, denn dass Ecuador Assange so lange Asyl gewährt hat, war ja nicht illegal.

Gegenüber diesen Ränkespielen strahlen die Verdienste Assanges umso heller. Die Enthüllungen der Plattform haben den Blick vor allem auf den Krieg der US-Streitkräfte in Afghanistan verändert. Der Grund, warum sich der Australier so mächtige Feinde gemacht hat, ist nach wie vor ehrenwert: Er hat einer Wahrheit ans Licht geholfen.

Sollte Julian Assange tatsächlich eines Tages in den USA vor Gericht stehen, drohen ihm nach derzeitigem Stand fünf Jahre Haft. Was die USA damit gewinnen würden? Nichts. Es gäbe nur Verlierer.

Timo Ebbers
Timo Ebbers Online-Redaktion (Ltg.)