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m Grunde ist es egal, warum der Politiker Wolfgang Bosbach sein Mikro vom Revers nestelte und das ARD-Studio unter dem Gebrabbel der unvermeidlichen Jutta Ditfurth und der hilflosen Gestik der Moderatorin Maischberger verließ: Talkshows sind ohnehin allesamt nichtssagend und zeitraubend. Und haben wir nicht einen bestimmten deutsch-türkischen Politiker gerade zehnmal in verschiedenen Laber-Runden gehört? Inzwischen kennt man Mustafa Yeneroglu besser als seinen Abgeordneten vor Ort.

Aber vielleicht mögen Sie ja prolliges Verhalten und schätzen Dauerquatscher? Lieben Sie Leute, die durcheinanderreden? Genießen Sie das Wiedererkennen, weil eh immer die gleichen Gesichter auftauchen? Dann müssen Sie Talkshows gucken. Selbst wer nur Minuten rumzappt und hängenbleibt, muss feststellen: Man landet im telegenen Totalschrott, in „verblödenden Seichtgebieten“. Was Michael Jürgs vor Jahren übers Fernsehen sagte, trifft weiter zu. Und er meinte nicht nur die 150 Kochsendungen.