Nörgelnder Pessimismus ist des Deutschen liebste Geisteshaltung. Ohne sein tägliches Weltuntergangszenario kann er nicht leben. Kein Wunder, dass solche Verhältnisse auf Kinder abfärben. Die Unicef-Studie illustriert das. Experten bewerten die reale Lebenssituation deutscher Kinder als wirklich gut – Deutschland liegt auf Rang sechs. Bei der Frage nach der subjektiven Zufriedenheit finden wir uns dann nur knapp vor Rumänien wieder.
Sozialwissenschaftler sind nun zur Stelle und beklagen, die Gesellschaft versage dabei, Kindern „Perspektiven auf gerechte Teilhabe“ zu eröffnen, der Leistungsdruck sei schlimm. Dabei sagt die Studie doch etwas anderes: Nur in fünf Ländern haben Kinder eine bessere Ausgangsposition für den Start ins Leben. Solche Verdrehungen sollen Munition liefern, um das Leistungsprinzip abzuschießen. Bestes Gegengift ist es, zu vermitteln, dass die Voraussetzungen, um nach persönlichem Glück zu streben hier so gut wie in kaum einem anderen Land sind. Anspruch auf geschenktes Glück gibt es jedoch nicht. Man muss dafür arbeiten.
