Nun also auch noch die Rücklagen der Sozialkassen – die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank zeigt auch hier negative Wirkung. Milliardenrücklagen wie bei der Rentenkasse bringen plötzlich dank Niedrigzinsen Verluste statt üppiger Gewinne. Verkehrte Welt.

Doch wenn jetzt der Aufschrei kommt, darf nicht vergessen werden, dass es ohne die stabilisierende Wirkung der EZB-Geldpolitik und der Entschärfung der Euro-Krise hierzulande nicht derart hohe Beitragsaufkommen in den Kassen der Sozialversicherungen und damit auch geringere Rücklagen und Reserven geben würde. Wenn die Beiträge allerdings keine Rendite mehr abwerfen, gefährdet dies die Stabilität und Sicherheit des Systems. Allein veränderte Anlagemodelle werden da wenig Abhilfe schaffen.

Vielmehr ist es Zeit für eine Zinswende. EZB-Chef Mario Draghi muss seinen Kurs endlich ändern, damit die Zinsnot bei Renten- und Krankenversicherung nicht noch größer wird.