Es war der Sieg Davids über Goliath. Es war der Triumph des Inhalts über die Form. Und es war einfach schön. „Oh Boy“ hat bei den Deutschen Filmpreisen völlig überraschend die Lolas abgeräumt – deshalb überraschend, weil viele immer noch glauben, mit mehr Geld und noch mehr Hollywood könne man automatisch bessere Filme machen und Preise einheimsen. Doch die Jury des Deutschen Filmpreises hatte schon vorweg gut gesiebt (ein Til Schweiger kam mit seinem Ballerfilm „Schutzengel“ gar nicht erst in die Berliner Endrunde) und später gut gewertet.
„Oh Boy“ wurde schon 2012 auf Oldenburgs Filmfest ausgezeichnet. Es ist ein kluger, nachdenklicher und typischer Berlin-Film. Er zeigt uns in wunderbaren Bildern und durch eine witzige Geschichte einen Außenseiter, der sich irgendwie durchschlägt – zum Vergnügen der Zuschauer. Kurzum: Der Streifen hat den Deutschen Filmpreis redlich verdient. Die Entscheidung ist, um es mit einem Lieblingswort von Bertolt Brecht zu sagen, also vernünftig.
