Geschockte Gesichter auf beiden Seiten: Kolumbiens Volk hat mehrheitlich gegen den Friedensvertrag zwischen Regierung und Farc-Guerilla gestimmt. Allen Umfragen zum Trotz. Die boomende Wirtschaft hatte schon auf zahlreiche Aufträge aus dem Ausland gehofft. Die Touristikbranche sah zigtausend Gäste auf sich zukommen. Und die Vertragspartner träumten vom Friedensnobelpreis.
Und jetzt? Es gibt keinen Plan B – das hatte Präsident Manuel Santos gebetsmühlenartig vor der Volksabstimmung wiederholt. Und auch die Vertragsgegner um Ex-Präsident Álvaro Uribe können keine Alternative präsentieren.
Und doch muss jetzt ein Plan B her. Ein Plan, den auch das Volk trägt. Denn das ist offensichtlich nicht bereit, der Farc ihre Verbrechen so einfach zu vergeben und zu vergessen wie im Plan A vorgesehen. Dafür nimmt es sogar in Kauf, dass der mehr als ein halbes Jahrhundert währende Konflikt mit bereits jetzt Hunderttausenden Toten und Millionen Vertriebenen weiter geht.
