Nach fast 100 Tagen mit dem gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland steht sicherlich fest: Diese politische Vorgabe bedeutet nicht den Niedergang der deutschen Wirtschaft. Sie wird Teil des Alltags.
Allerdings war von Akteuren der Großen Koalition versprochen worden, die Erfahrungen mit dem Mindestlohn auszuwerten, Kritik aufzunehmen – und zu Korrekturen bereit zu sein. Hier sollte man die Berliner Koalitionäre beim Wort nehmen. Der genannte Zeitraum, in dem dies geschehen sollte, „nach Ostern“, ist nun gekommen.
Klar ist, dass hier und da Korrekturbedarf besteht. So sollte man sich den Dokumentationsaufwand insbesondere bei kleinen Betrieben, die ohnehin überproportional unter Bürokratie ächzen, genauer anschauen – oder die Probleme jener Betriebe, die ihre Mitarbeiter bisher „nach Stückzahl“ statt pro Stunde bezahlten, oder auch die Auswirkungen des Mindestlohns auf Langzeit-Praktika.
Politische Vorgaben für die Wirtschaft, gerade für Kleinbetriebe, dürfen in Summe nicht immer komplizierter, lähmender werden. Sie müssen so einfach wie möglich gehalten werden. Das sollte auch für den Mindestlohn gelten.
