Es traf Brüssel, weil für eine dritte Terror-Aktion in Paris die Zeit fehlte. Der ganze Wahnsinn der Täter spiegelt sich in diesem Satz wider. Es gab keine ideologisch oder gar islamisch geprägte Auswahl der Ziele, geschweige denn der Opfer. Man wollte töten und Angst verbreiten. Und baute dafür offenbar über Jahre hinweg eine straffe Kommando-Struktur auf – unter den Augen der Sicherheitsbehörden, nur ein paar Kilometer von dem Ort entfernt, wo sich jeden Monat Europas Innenminister trafen und den Kampf gegen den Terror planten.
Die EU-Metropole hat ihr Vertrauen in die Politik und die Ermittler verloren. Je mehr Details dieser sinnlosen Tat ans Licht kommen, umso mehr sind die Menschen getroffen. Die zahlreichen Fahndungspannen ergeben zusammen mit den seit Jahren vorliegenden, aber nicht ernstgenommenen Hinweisen über die Vorgänge in einzelnen Stadtteilen ein fatales Bild. Es kommt einer Bankrott-Erklärung des Staates gleich, der seinen Bürgern eines der wichtigsten Güter nicht garantieren kann: Sicherheit.
