Wenn es noch eines Beweises für die hochgefährliche Lage in Afghanistan bedurft hätte, am Freitag gab es ihn. Eiskalt wurde die deutsche Fotoreporterin Anja Niedringhaus bei der Ausübung ihres Berufes getötet. Das Perfide: Ein offizieller Vertreter der Staatsmacht, ein Polizist, erschoss die 48-Jährige.
Dennoch: In Afghanistan herrscht trotz aller Gefahren nicht nur das blanke Chaos, es gibt auch Zeichen der Hoffnung. Dass sich – trotz der massiven Drohungen der Taliban – Hunderttausende zu den Wahlkampfveranstaltungen wagten, zeigt deren Furchtlosigkeit. Das verdient hohen Respekt.
Zweierlei entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der Wahl: Schaffen es die Taliban, die Abstimmung mit Anschlägen zu torpedieren; oder gelingt es den Sicherheitskräften, für einen relativ reibungslosen Ablauf zu sorgen? Punkt zwei: Wird die Abstimmung ohne Fälschungen über die Bühne gehen? Nur wenn das gelingt, werden die Menschen den künftigen Präsidenten als ihren Volksvertreter anerkennen.
