Bremen ging im Duell mit der Deutschen Fußball Liga mit einer Führung in die Schlussphase, wartete auf den Abpfiff – und muss in die Verlängerung. Im Streit um die Beteiligung an Polizeieinsatz-Kosten bei Hochrisikospielen ist am Freitag für den konkreten Fall keine endgültige Entscheidung gefallen, es sieht für Bremen aber gut aus.

Denn grundsätzlich sei eine Kostenbeteiligung der DFL in Ordnung, erklärte das Gericht. Und das ist richtig. Denn was sind Fußballspiele im Profibereich? Es sind Duelle von schwerreichen Männern, die nicht bei eingetragenen Vereinen, sondern bei ausgegliederten Kapitalgesellschaften arbeiten. Und wenn GmbH X gegen AG Y spielt, wird das Ganze von der DFL GmbH mitveranstaltet, die ständig Umsatzrekorde vermeldet. Und regelmäßig verabreden sich rund um diese Veranstaltung einige Unbelehrbare, um sich zu prügeln und die Sicherheit Unbeteiligter zu gefährden. Man kann die Uhr danach stellen. Wenn samstags um 15.30 Uhr gespielt werden soll, wird zuvor, so gegen 12 Uhr, und noch einmal danach, so gegen 19 Uhr, geprügelt.

Und um das zu verhindern, soll allein der Steuerzahler einspringen? Nein. Natürlich läuft auch am Rande von Volks- festen immer wieder etwas aus dem Ruder. Es gibt aber keinen bundesweit agierenden kommerziellen Anbieter von Festen, in dessen Umfeld sich Gewaltbereite tummeln. Und kein Organisator meldet seine Veranstaltung an, um damit Geld zu verdienen und das Ganze noch gegen Lizenzgebühr im Fernsehen zu übertragen. Aus der Mitverantwortung bei der Kostenübernahme darf man die DFL daher nicht entlassen.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)