Von 57 Punkten wurden 56 überarbeitet – herausgekommen ist ein Friedensvertrag zwischen kolumbianischer Regierung und den „Revolutionären Streitkräften Kolumbiens“ (Farc), der endlich vorzeigbar und zustimmungswürdig ist. Das war beim ersten Vertrag noch anders. Da wurde der jahrzehntelange Konflikt mit Hunderttausenden Toten und Millionen Vertriebenen mehr oder minder einfach abgehakt. Das Volk sagte „Nein“. Und Präsident Manuel Santos und Guerilla-Chef Rodrigo „Timochenko“ Londoño mussten – und wollten – nacharbeiten.
Denn „Timochenko“ hatte es satt: Seine Farc erlitt zuletzt so viele Rückschläge, dass sie den Guerillakampf in tropischen Dschungelgebieten gar nicht wieder aufnehmen wollte.
Und Santos hatte es eilig: Schließlich soll ihm am 10. Dezember der Friedensnobelpreis überreicht werden. Bisher drohte ihm in Oslo ein unangenehmer Auftritt mit leeren Händen. Nun hat er doch etwas vorzuzeigen.
