Das Ganze kommt einem bekannt vor: In der deutschen Wirtschaft kündigt sich ein Boom für eine bestimmte Branche an, doch ehe sie zum Blühen erwacht, verdorrt das zarte Pflänzchen bereits wieder, das heißt: Erfolgversprechende Unternehmen werden von der Konkurrenz aus anderen Ländern vom Markt gefegt. Was vor gut zehn Jahren auf die Photovoltaikbranche zutraf, droht sich nun bei den Wärmepumpen zu wiederholen. Nur so lässt sich der Verkauf der Viessmann-Klimasparte an den US-Hersteller Carrier deuten.
Die Gründe dieser für den deutschen Wirtschaftsstandort desaströsen Entwicklung liegen auf der Hand: Die hiesige Produktion ist gegenüber den Märkten in Asien auf Dauer nicht konkurrenzfähig: Dort wird schneller genehmigt, die Löhne sind niedriger, ebenso die Energiekosten. Und auch in Sachen Innovation holt die Konkurrenz mit aller Kraft auf. Das hat offenbar auch die Viessmann-Chefetage so gesehen und deshalb vorausschauend die Reißleine gezogen.
Was für die Jobs in Deutschland schlecht ist, dürfte für den Endkunden Vorteile bringen: Wärmepumpen werden in Zukunft wesentlich günstiger, weil asiatische Firmen ihre Produkte massenweise herstellen und den Markt damit fluten.
Für die Bundesregierung bedeutet diese Entwicklung allerdings eine bittere Pointe. Vor allem das vom Grünen-Politiker Robert Habeck geführte Wirtschaftsministerium forciert die Umrüstung auf Wärmepumpen. Wenn nun diese angedachte Schlüsseltechnologie für die Energiewende aus Deutschlands Produktionsstätten verschwinden würde, wäre das eine fatale Entwicklung.
