Weil, wer sonst – die 94,1 Prozent Zustimmung auf dem Landesparteitag der SPD Niedersachsen am Wochenende in Bad Fallingbostel belegen die unangefochtene Stellung des Vorsitzenden. Dass die SPD bei der letzten Landtagswahl stärkste Kraft und dominierender Teil in der Großen Koalition wurde, ist Verdienst des amtierenden Ministerpräsidenten. Der bald 60-Jährige leistete für die SPD und für den Wahlsieg eine wahre Kärrnerarbeit. Natürlich ist noch Luft bis zu 100 Prozent. Aber das Schicksal des Bundesvorsitzenden Martin Schulz belegt, wie schnell man auch aus solcher Höhe dramatisch abstürzen kann. Deshalb: 94,1 Prozent sind ehrlich(er).

Nummer eins in Niedersachsen – diesen Platz beansprucht Weil für die SPD auch auf Dauer. Mit aller Konsequenz schwört der Ministerpräsident die Genossen auf die politische Mitte ein. Nur dort lassen sich die notwendigen Mehrheiten organisieren. Kein Zufall, dass Weil die Arbeit der Sozialdemokraten auf kommunaler Ebene in höchstem Maß lobte. Dort entscheidet sich, welches Vertrauen die Bürger auch künftig der SPD entgegenbringen werden. „Die wahre Niedersachsen-Partei“ – dieses Label soll zum Markenzeichen der Genossen werden. Bei diesem Anspruch bleibt kein Platz für die CDU. Ob die Koalition diesen Konkurrenzkampf auf Dauer aushält?