Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden: den deutschen Buchhandel. Nirgendwo gibt es ein so vielfältiges Angebot zur Ware und zum Kulturgut Buch wie in Deutschland. Die vielfach – aber nicht mehr ausschließlich – inhabergeführten Geschäfte zeigen mit Leidenschaft, dass Buchhandel mehr ist als eine Häufung von Papierstapeln. Buchhändler beraten Wissbegierige, sie veranstalten Lesungen und führen Autoren mit ihrem Publikum zusammen, sie geben ihren Kunden Denkanstöße, empfehlen auch Bücher, die abseits der Bestsellerlisten Anregungen geben können oder schlicht zum Lesen, zur Lust an der Literatur, einladen. Kurzum: Der deutsche Buchhandel ist eine Art Welterbe wie das Wattenmeer oder die Oberharzer Wasserwirtschaft.

Dass der Buchmarkt vielerorts immer noch der Filialisierung trotzt, hat auch mit der Buchpreisbindung zu tun, die zwar den Marktpreis festschreibt, jedoch für wettbewerbsfähige Buchhandlungen im ländlichen Raum sorgt. An ihr darf nicht gerührt werden.

Ach ja, Buchhandlungen gibt es nicht nur in Großstädten, und die Buchhändler freuen sich, wenn man sie um ihren Rat fragt.