Nichts gegen das Programm der Privatsender: Hier laufen viele Formate, die der Mensch zwar nicht braucht, die aber offenbar – aus welchen Gründen auch immer – ein breites Publikum ansprechen. Zudem haben die Privaten durch seriöse Nachrichtensendungen ihr Image aufpoliert, liefern in ihren Regionalprogrammen gute Beiträge und stehen damit im Wettbewerb zu den öffentlich-rechtlichen Sendern. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Dennoch wäre es fatal, am öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu rütteln. Die von wirtschaftlichen und politischen Interessen unabhängige Berichterstattung ist wesentlich für die Meinungsbildung in unserem Land. Dabei darf zudem nicht vergessen werden, dass die Staatsferne eines der Hauptmerkmale des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist. Am Ende entscheidet aber auch der Erfolg über die Zukunft dieses Modells – und da sprechen die guten Quoten eine eindeutige Sprache. Ob privat oder öffentlich-rechtlich: Am Ende setzt sich seriöser Journalismus durch, honorieren die Zuschauer, Zuhörer und Leser fundiert recherchierte Beiträge. Von „Hofberichterstattung“ und „Propaganda“, wie von der AfD unterstellt, kann keine Rede sein. Der Auftritt der Rechtspopulisten im niedersächsischen Landtag war zum Abschalten: „Sechs, setzen!“.