Die Tragödie von Groß-Buchholz, bei der zwei Menschen Opfer einer tödlichen Hundeattacke wurden, offenbart wie immer die schreckliche Logik solcher Vorfälle: Es ist menschliches Fehlverhalten, das solche Vorfälle auslöst. Ohne die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen vorwegnehmen zu wollen, kann man schon jetzt sagen, dass es sich um einen Hund gehandelt hat, der nicht artgerecht gehalten worden ist: ständig im Käfig, kein Auslauf im Freien, wenig Zuwendung. Die Untersuchung ähnlicher Unfälle hat außerdem deutlich gemacht, dass viel zu viele Hundehalter Tiere ohne jede Sachkenntnis kaufen, rassetypische Wesensmerkmale nicht berücksichtigen. Es gibt keine Rasse „Kampfhund“. Aber es gibt Hunderassen, die nur in die Hände erfahrener Halter gehören. Dann sind sie auch nicht gefährlich. Die meisten Beißattacken gehen von Dackeln und Schäferhunden aus. Insofern sind entsprechende Listen in den Ländern, die bestimmte Hunderassen als gefährliche Kampfhunde brandmarken, vollkommen unsinnig. Der Hundeführerschein ist bisher die einzig sinnvolle Maßnahme, Unfälle mit Hunden wirksam einzudämmen. Denn das wahre Risiko geht vom anderen Ende der Leine aus.
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