Bei aller Freude – der Vertrag über den Waffenhandel ist nur ein schönes Symbol. Realpolitisch handelt es sich um einen zahnlosen Tiger.

Russland und China haben sich bei der Abstimmung enthalten. Das ist ein Hinweis, wie diese Länder sich verhalten werden. Die beiden Mächte nutzen Waffenlieferungen als Mittel der Politik, sie werden sich das auch in Zukunft nicht nehmen lassen. Darüber hinaus beendet man Konflikte nicht einfach durch ein Waffenembargo.

Die meisten Opfer gibt es in Bürgerkriegen durch gewöhnliche Infanteriewaffen, nicht durch Panzer oder Hubschrauber. Sturmgewehre sollen zwar auch Kontrollen unterliegen, die Realitäten sind aber längst andere. Selbst in Ländern wie Afghanistan existieren die Technologien zur Herstellung solcher Waffen. Auf pakistanischen Basaren findet man Kalaschnikows, die nicht aus Russland oder China, sondern aus heimischen Werkstätten stammen. Schurkenstaaten wie Iran und Nordkorea produzieren längst selbst auch konventionelle High-Tech-Waffen.

Dr. Alexander Will
Dr. Alexander Will Mitglied der Chefredaktion (Überregionales), Leiter Newsdesk