Wer in die Europäische Union strebt, sollte auch die Werte der EU kennen – die Ukraine hat da offenbar noch großen Nachhilfebedarf.
Das jetzt von Präsident Petro Poroschenko erlassene Verbot von Filmen mit positiver Darstellung russischer und sowjetischer Staatsorgane ist glatte Zensur. Die ukrainische Regierung, die zuvor auch schon russisches Fernsehen verboten und russische Künstler sanktioniert hat, schürt so die antirussischen Vorurteile. Dabei verkennt sie einmal mehr, dass das tief gespaltene Land nur eine Chance hat, wenn die russische Identität eines großen Teils der Bevölkerung in die nationale Identität integriert wird.
Für sein Gesetz hat sich Poroschenko offenbar seinen Erzfeind Wladimir Putin zum Vorbild genommen, der die Kunst- und Meinungsfreiheit auch nicht gerade schätzt. Und noch ein Kuriosum: Autor des Gesetzes ist ein ukrainischer Politiker, der unter anderem mit der Produktion von Filmen sein Geld verdient. Ein Schelm, wer da Böses denkt.
