Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht! So hatte sich Angela Merkel noch im Bundestagswahlkampf empört, als bekannt geworden war, dass nicht etwa Russland oder Nordkorea, sondern die Geheimdienste des engsten Verbündeten USA nicht einmal vor dem Kanzlerinnen-Handy Halt gemacht hatten.

Ausspähen unter Freunden geht doch – und wie! Der jüngste Alarm im Kanzleramt lässt erneut aufhorchen. Die Entdeckung eines Trojaners im Kanzleramt deutet darauf hin, dass Merkel und ihre Beamten auch weiterhin im Visier des großen Verbündeten stehen. Nicht nur der private Nutzer, auch im Kanzleramt geht man offenbar mitunter sorglos mit Daten um.

Berlins Abhängigkeiten lassen den Protest gegen die Übergriffe nur leise ausfallen. Solange die Bundesregierung nicht ihre eigenen Dienste technisch deutlich aufrüstet, um den Schutz und die eigene Erkenntnislage zu verbessern, wird sich daran einstweilen auch wenig ändern. Und Berlin fischt auch weiter im Dunkeln.