Dass Syrien ein Spielball globaler Machtinteressen der Supermächte USA und Russland ist, ist längst eine zur Allgemeinbildung gehörende Feststellung. Baschar al-Assad hat im Schlagschatten der Schutzmacht Russland jede erdenkliche Schweinerei gegen die eigene Bevölkerung durchgezogen, um seine Macht zu sichern und sein Bankkonto mit Milliarden zu füllen. Den Amerikanern war dieser Umstand eigentlich schnurzpiepegal. Sie unterstützen traditionell das saudische Herrscherhaus, das wiederum seit Langem im Streit um den arabischen Führungsanspruch mit Assad im Dauerclinch liegt.
Dazu kommt noch die Bindung zwischen den USA und Israel, das ebenfalls traditionell stets an der Schwelle zum Krieg mit Syrien steht. Sinnigerweise mischen auch noch die Türken mit, die ihre eigenen Interessen beim Kampf gegen die Kurden verfolgen, und der Iran, der als größter schiitischer Vertreter den Schulterschluss mit Assad gegen das sunnitische Saudi-Arabien sucht. Alles klar?
Nicht wirklich, denn darüber hinaus haben wir durchaus auch europäische Interessen im Spiel mit den Briten, die stets mit den Amis gemeinsame Sache machen, um sich ihr Stückchen vom Kuchen zu sichern. Dann tummelt sich in der Gegend noch der IS, den die Russen und Amerikaner, gelegentlich mit Unterstützung der Franzosen, gemeinsam rausbomben wollen, wobei die Russen mit Vorliebe auch jene Rebellen bombardieren, die gegen den IS kämpfen.
Ob Assad in diesem machtpolitischen Kuddelmuddel Giftgas eingesetzt hat, ist da schon fast egal, man kann es allenfalls vermuten. Als Kronzeugen dafür taugen Amerikaner und Briten wenig, die die Welt seinerzeit mit getürkten Atomwaffen- und Giftgasmeldungen auf den Einmarsch in den Irak vorbereiteten, um so ihre Ölinteressen zu sichern. Was bleibt? Einfach mal kräftig kotzen...
