Immer schriller klingen die Drohungen, die Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ausstößt gegenüber dem Nachbar im Süden und dem ganzen Rest der Welt – selbst gegenüber seinem Verbündeten China. Kim Jong Un hat den Kriegszustand erklärt – und doch ist er derjenige, der einen Kriegsausbruch am meisten fürchten muss.

Der Schaden, den Nordkorea anrichten könnte, ist gewiss immens. Doch der Schaden, der das Land treffen würde, wäre in jedem Fall größer. Und der Machthaber wäre mindestens die Macht los, wenn nicht gar das Leben.

Mit seinem Gebaren will sich Kim Jong Un als würdiger Nachfolger seines Vaters und seines Großvaters beweisen – nach außen und vor allem wohl nach innen. Sein Geschrei als ernsthafte Kampfansage zu bewerten, wäre übertrieben. Jetzt ist die Stunde der Diplomaten: Kims große Unsicherheit müssen sie ausnützen, um Nordkorea in Richtung Umbruch zu bewegen. Dass die Botschafter in Pjöngjang sich nicht einschüchtern lassen, ist das richtige Zeichen.

Stefanie Dosch
Stefanie Dosch Politikredaktion/Newsdeskmanagerin