Die Offensive der Taliban in Afghanistan zeigt zweierlei: Zum einen war der internationale Einsatz – und damit auch die deutsche Beteiligung – völlig nutzlos. Wer Krieg führt, muss ihn eben entschlossen führen, bis die Kriegsziele erreicht sind. Zum anderen ist Afghanistan ein Beispiel, wie man Fluchtursachen eben nicht bekämpft.
Seit Monaten steigt die Zahl der Ankömmlinge vom Hindukusch. Das hat natürlich auch viel mit der fragwürdigen Pauschaleinladung der Kanzlerin zu tun. Vor allem ist der Flüchtlingsstrom aber das Resultat verfehlter Sicherheitspolitik. Es war richtig, die Taliban anzugreifen. Ihr Regime war eine globale Bedrohung, so wie es heute der Islamische Staat ist. Doch es war ein Fehler, den Kampfeinsatz des Westens 2014 zu beenden. Weder waren die Taliban geschlagen, noch ist die Regierungsarmee in der Lage, die Sicherheit zu garantieren. Deswegen fliehen jetzt die Menschen. Nun gibt es zwei Alternativen: Entweder sieht der Westen tatenlos zu, wie die Taliban sich wieder etablieren. Oder man verlängert den Kampfeinsatz – und zwar schnell.
