Dass zwei muslimische Jugendliche einer Lehrerin den Handschlag aus religiösen Gründen verweigern, hat in der Schweiz eine Riesendebatte losgetreten. Eine persönliche Berührung gilt auch hierzulande als Höflichkeitsgeste, ist eine Geste des Respekts, der gegenseitigen Achtung. Der eine Jugendliche behauptet nun, dass die Medien die Verweigerung instrumentalisieren, um Muslime zu diskreditieren. Dabei darf die Frage erlaubt sein, wie weit es mit der Integrationsbereitschaft von muslimischen Migranten in Europa bestellt ist. Regeln in einer Schule sollten für alle gelten, ebenso die Regeln einer Gesellschaft.

Dass die Schulleitung der betroffenen Schule den beiden Jugendlichen eine Ausnahmeregelung erteilt hat, macht die Sache nicht einfacher. Die Erregung, die der Vorfall hervorgerufen hat, zeigt aber, dass die Diskussion über das Zusammenleben der Kulturen begonnen hat und dass es hilfreicher ist, die Debatte zu führen, als über Unterschiede hinwegzusehen.