Wissenschaftler der Uni Münster haben am Montag die Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche im Bistum Münster vorgestellt, zu dem auch die Gemeinden im Oldenburger Land gehören. Die Zahlen und Fakten haben es in sich.
Ein katholischer Pfarrer hat im Nordwesten zahlreiche Kinder missbraucht, jetzt ist er ein alter Mann. Damals hat die Kirche die Opfer im Stich gelassen, heute steht sie vor der Frage: Wie gehen wir mit unseren Tätern um?
Die Kirche gibt nur das Geld, die Forscher sollen unabhängig arbeiten. Am Ende soll feststehen, wer Vertuschung und Versetzungen von Tätern zu verantworten hatte.
Der emeritierte Pfarrer Zurkuhlen hatte in einer Predigt in Münster Vergebung für Priester gefordert, die Minderjährige sexuell missbraucht haben. Daraufhin hatten Gläubige protestiert. Nun greift der Bischof von Münster hart durch.
Wenn Priester Pottbäcker angezeigt und verurteilt wurde, versetzte ihn die Kirche in andere Gemeinden. Sein Opfer Martin Schmitz erzählt, warum es Jahre dauerte, den Fall öffentlich zu machen.
Nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche hat die Gemeinde St. Bonifatius in Varel ein Präventionskonzept aufgestellt.
Ein Priester in Neuscharrel verging sich vor 35 Jahren an einem Jugendlichen – der erzählte in dieser Zeitung seine Geschichte. Doch die Reaktion findet der Betroffene: enttäuschend.
Mindestens zwei junge Menschen hat Pfarrer Helmut Behrens in den 80er Jahren in Neuscharrel missbraucht. Die Aufarbeitung beginnt erst jetzt.
Pfarrer Michael Borth spricht offen und kritisch über Kindesmissbrauch durch Priester. Für Neuscharreler bietet er einen Gesprächsabend an.
In Neuscharrel (Landkreis Cloppenburg) missbrauchte ein Priester in den 80er-Jahren ein Kind. Und die Kirche? Sie tat, was sie oft tat: Sie vertuschte – und versetzte den Geistlichen.
Ulrich Freisel lebt schon lange nicht mehr in Neuscharrel. Er hat aber den Artikel von NWZ-Chefreporter Karsten Krogmann über den Pfarrer Helmut Behrens gelesen. Das hat bei ihm einiges ausgelöst.
Der Papst lädt nun zu einem noch nie dagewesenen Gipfel in den Vatikan. Es steht nicht nur seine eigene Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.
Die Missbrauchsstudie hat die Katholische Kirche erschüttert. Wie gehen diejenigen damit um, die die Kirche künftig repräsentieren sollen: angehende Priester? Ein Gespräch über Sexualität, Zölibat und ein Leben unter Generalverdacht.
Nicht allein die Kirche hat sexuellen Missbrauch vertuscht, auch sonst wollte kaum jemand darüber sprechen. Warum dauerte es oft Jahrzehnte, bis Missbrauch in der Kirche aufgedeckt wurde? Eine Recherche in Neuenkirchen, Landkreis Vechta.
Ein Geistlicher soll in den 80er und 90er Jahren mehrere Kinder missbraucht haben. Der heute 85-Jährige hat die Vorwürfe laut Bistum eingeräumt – Folgen wird sein Geständnis aber nicht haben.
Als Messdiener ist Markus Elstner von einem Priester missbraucht worden. Jahrzehnte hat es gedauert, bis er darüber sprechen konnte. Dann war die Verjährungsfrist abgelaufen.
Aus den Akten sind 34 Beschuldigte im Oldenburger Land bekannt. Wie ging die Kirche mit Opfern und Tätern um? Ein Gespräch mit Prälat Winter, der die Missbrauchsvorwürfe in der Region bearbeitet.
Die Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche ist unbefriedigend. Und trotzdem: Der jetzt vorgelegte Bericht stellt für die Kirche einen enorm wichtigen ersten Schritt in die Zukunft dar, schreibt NWZ-Chefreporter Karsten Krogmann.
Der Missbrauchsskandal erschüttert auch Katholiken im Oldenburger Land. So sind im Bistum Münster, zu dem das Oldenburger Land gehört, 450 Missbrauchsopfer und 138 Beschuldigte aktenkundig geworden.
Er wurde geschlagen, vergewaltigt, ausgenutzt. Wolfgang Focke verbrachte fast seine gesamte Kindheit in Heimen. Nun sucht er Frieden im Nordwesten – und Kraft zum Weiterkämpfen.
„Natürlich wird man auf das Thema angesprochen“, sagen die Geistlichen. Auch im Offizialatsbezirk Oldenburg hat man mit Opfern zu tun.