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NWZonline.de Region

Mit Marineluftschiff in den Tod

17.08.2013

Vor 95 Jahren, am 5. August 1918, fuhren die Marineluftschiffe „L 53, L 56, L 63 und L 65 und L 70“ zu einem Geschwaderangriff auf England. Der Erste Weltkrieg befand sich in der Endphase. Die „L 70/ LZ 112“ war das neueste Luftschiff der Marine mit einer Länge von 211,50 Metern und wurde erst wenige Wochen zuvor am 1. Juli in den Dienst gestellt. Sein Gasinhalt betrug 62 000 Kubikmeter, bei einer Nutzlast von 44,5 Tonnen. Mit sieben Maybachmotoren von je 260 PS erreichte es eine Geschwindigkeit von 131 Kilometern in der Stunde. An Bord der L 70 befand sich Korvettenkapitän Peter Strasser, der Chef der Marineluftschiffabteilung, der den Geschwaderangriff leitete. Die Führung der „L 70“ hatte Kapitänleutnant von Lossnitzer. Das Ziel des Angriffes waren englische Munitionsfabriken.

Gegen Abend des 5. August erreichten die Luftschiffe die Küste Englands, an der eine unerwartet starke Abwehr einsetzte. Mehr als 30 englische Flugzeuge waren gestartet, um die deutschen Luftschiffe mit Brandmunition anzugreifen. „L 70“ fuhr in mehr als 5000 Metern Höhe, aber auch die neusten englischen Jagdmaschinen konnten diese Höhe erreichen. Von einer dieser neuen Flugzeugtypen „De Havilland“ bekam das Schiff einen Volltreffer, so dass die Brandgeschosse den Schiffskörper augenblicklich in Brand setzten. Lichterloh brennend drehte die „L 70“ auf das Meer hinaus, um schnell als glühendes Gerippe nahe der britischen Küste in den Wogen der Nordsee zu versinken. Es gab keine Überlebenden. Inmitten der tapferen Mannschaft des „L 70“ hatte der Führer der Luftschiffe Peter Strasser den Tod gefunden.

Die anderen Einheiten, die das brennende Luftschiff „L 70“ beobachtet hatten, warfen ihre Bomben ab und kehrten um. Im Kriegstagebuch des Marine-Luftschifftrupps Ahlhorn steht verzeichnet: „Nach F. T. -Meldung unserer Marineluftschiffe wurde ,L 70’ mit dem F.d.L. an Bord an der Ostküste Englands brennend zum Absturz gebracht.“

Peter Strasser, dessen Vater Architekt war, wurde am 1. April 1876 in Hannover geboren. 1894 trat er als Kadett in die Marine ein. Nach dreijähriger Ausbildung wurde er Leutnant zur See. Einer längeren Ostasienreise auf dem „Panther“ schloss sich ein Kommando als Artillerieoffizier auf den Schiffen „Mecklenburg“ und später „Westfalen“ an.

Bei Kriegsausbruch war der Fregattenkapitän Strasser der „Führer der Luftschiffe“ (F.d.L.). Ihm unterstanden die beiden vorhandenen Marineluftschiffe „L3 und L4“. Ausgebildetes Personal war nur in geringer Anzahl vorhanden, daher setzte an diesem Punkt seine Tätigkeit ein. Mit drei von der Marine übernommenen Verkehrsluftschiffen wurden planmäßig Luftschiffbesatzungen ausgebildet und so die Grundlage für eine wirkliche Aktionsfähigkeit der Marineluftschiffe geschaffen.

Peter Strasser war der Organisator und die Seele der deutschen Marineluftschifffahrt. Rund 1150mal starteten deutsche Luftschiffe zu Aufklärungsfahrten, und an die 200mal sind sie zum Bombenangriff gegen den Feind gefahren. Alle Fäden dieser unglückbringenden Kriegsfahrten liefen in den Händen von Strasser zusammen. Zur Erinnerung an seine Zeit auf dem Luftschiffhafen Ahlhorn wurde in Ahlhorn eine Straße nach ihm benannt.

Wildeshauser Zeitung, 8. Dezember 1938, „Der F.d.L, Führer der Luftschiffe“, Thor, Goote, 1938

Kriegstagebuch des Marine Luftschifftrupp, Ahlhorn, Eintragung: 5. August 1918

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